Ausführliche Erklärung
1. Zweck & Nutzen
Zilliqa wurde entwickelt, um das Skalierbarkeitsproblem vieler Blockchains zu lösen. Dieses Problem entsteht, wenn Netzwerke bei steigender Nutzung langsamer werden. Die zentrale Innovation von Zilliqa ist das Sharding: Das Netzwerk wird in kleinere Einheiten aufgeteilt, die gleichzeitig Transaktionen bearbeiten. Dadurch kann Zilliqa viele Transaktionen schnell und kostengünstig abwickeln. Seit dem Start im Juni 2019 hat sich das Projekt weiterentwickelt. Mit Zilliqa 2.0 richtet sich die Plattform gezielt an institutionelle Nutzer, die reale Vermögenswerte (Real-World Assets, RWAs) tokenisieren und regulierte dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) nutzen wollen. So bietet Zilliqa eine Infrastruktur, die den Anforderungen von Regulierungen entspricht – etwas, das viele ältere Blockchains wie Ethereum nicht bieten (Zilliqa).
2. Technologie & Aufbau
Ursprünglich nutzte Zilliqa eine Kombination aus Proof-of-Work (PoW) zur sicheren Bildung der Shards. Mit dem großen Update Zilliqa 2.0 im Juni 2025 wurde das Netzwerk auf ein effizienteres Proof-of-Stake (PoS) umgestellt (Zilliqa). Ein wichtiger Vorteil ist die volle Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine (EVM). Entwickler können dadurch ihre Solidity-Smart-Contracts mit bekannten Werkzeugen wie MetaMask oder Hardhat ohne Änderungen auf Zilliqa ausführen. Die neue modulare Architektur bringt sogenannte X-Shards mit sich – das sind anpassbare, spezialisierte Blockchains innerhalb des Netzwerks. Diese können eigene Regeln für Datenschutz, Gebühren und Validatoren haben und sind besonders für institutionelle Anwendungen geeignet.
3. Tokenomics & Governance
Der native Token ZIL ist das Herzstück des Netzwerks. Er wird hauptsächlich verwendet, um Transaktionsgebühren zu bezahlen (zum Beispiel 0,1 ZIL für eine Standardzahlung) und die Ausführung von Smart Contracts zu finanzieren. Mit dem Wechsel zu Proof-of-Stake kann ZIL auch zum Staking genutzt werden, um das Netzwerk zu sichern und Belohnungen zu erhalten. Die Verwaltung des Netzwerks erfolgt gemeinschaftlich: Verbesserungen werden über Zilliqa Improvement Proposals (ZIPs) vorgeschlagen und abgestimmt. Zusätzlich gibt es das GZIL Collective, eine On-Chain-DAO, die die Entwicklung des Ökosystems finanziert. Entwickler können dort Fördermittel beantragen, über deren Vergabe die Community entscheidet (Zilliqa).
Fazit
Zilliqa hat sich von einer Blockchain, die vor allem Skalierbarkeit in den Fokus stellte, zu einer modularen, EVM-kompatiblen Plattform entwickelt, die speziell für institutionelle Anwendungen in den Bereichen Tokenisierung und regulierte Finanzen konzipiert ist. Ob die maßgeschneiderten Compliance-Funktionen und die skalierbare Architektur die nächste Generation von Projekten für reale Vermögenswerte anziehen können, bleibt spannend.