Ausführliche Erklärung
1. Glamsterdam Upgrade (1. Halbjahr 2026)
Überblick: Dieses Upgrade ist der nächste große Hard Fork, geplant für das erste Halbjahr 2026. Die Hauptziele sind die Skalierung der Ausführung und die Dezentralisierung der Blockerstellung. Wichtige Vorschläge sind EIP-7928, das Block-Level Access Lists einführt, um parallele Transaktionsverarbeitung zu ermöglichen und so die Kapazität zu erhöhen, sowie EIP-7732, das die fest verankerte Trennung von Proposer und Builder (ePBS) vorsieht, um den Blockbau fairer und transparenter zu gestalten (Decrypt). Außerdem könnte die Gasgrenze pro Block auf „100 Millionen und mehr“ erhöht werden.
Bedeutung: Das Upgrade ist positiv für Ethereum, da parallele Ausführung die Netzwerkkapazität deutlich steigern und die Verzögerungen für Nutzer verringern kann. Die Einführung von ePBS ist kurzfristig eher neutral bis leicht negativ einzuschätzen, da komplexe Protokolländerungen Risiken bei der Umsetzung bergen. Langfristig soll ePBS jedoch die Zentralisierung verringern, was dem Netzwerk zugutekommt.
2. Hegota Upgrade (2. Halbjahr 2026)
Überblick: Für das zweite Halbjahr 2026 geplant, setzt Hegota die halbjährliche Upgrade-Strategie fort. Der genaue Umfang wird noch definiert, aber der Fokus liegt auf dem langfristigen Wachstum des Zustands, einem wichtigen Engpass. Ein zentraler Punkt ist die mögliche Einführung von Verkle Trees, einer neuen Datenstruktur, die „stateless clients“ ermöglicht. Das bedeutet, dass Knoten weniger Daten speichern müssen, was die Dezentralisierung fördert (CoinJournal).
Bedeutung: Dieses Upgrade stärkt die grundlegende Stabilität von Ethereum stark. Verkle Trees und die Möglichkeit, ohne vollständigen Zustand zu arbeiten, senken die Anforderungen für das Betreiben von Knoten und fördern so eine breitere Beteiligung. Das größte Risiko liegt in möglichen Verzögerungen, da es sich um eine tiefgreifende technische Änderung handelt, die umfangreiche Tests und Konsens erfordert.
3. Die Strawmap Vision (bis 2029)
Überblick: Die Ethereum Foundation hat die „Strawmap“ veröffentlicht, einen forschungsorientierten Entwurf mit einer Vision bis 2029 (The Defiant). Sie fasst Vorschläge zu fünf „Nordsternen“ zusammen: nahezu sofortige Finalität (von ca. 16 Minuten auf Sekunden verkürzen), Skalierung von Layer 1 auf etwa 10.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS), Skalierung von Layer 2 auf Millionen von TPS, Einführung von quantensicherer Kryptografie und native Datenschutzfunktionen wie geschützte ETH-Transfers.
Bedeutung: Die Strawmap ist ein langfristig sehr positives Signal, das zeigt, dass Ethereum strategisch und koordiniert plant, um als globale Abwicklungsschicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Fokussierung auf Quantenresistenz und Datenschutz adressiert zukünftige regulatorische und technologische Herausforderungen. Allerdings handelt es sich um mehrjährige Forschungsziele, keine garantierten Ergebnisse, was mit Unsicherheiten, aber auch großen Chancen verbunden ist.
Fazit
Der Ethereum-Fahrplan ist strategisch aufgebaut: Die bevorstehenden, technisch fokussierten Upgrades Glamsterdam und Hegota legen das Fundament für die ehrgeizige, forschungsgetriebene Strawmap Vision. Dieser Weg von der Skalierung der Ausführung über das Zustandsmanagement bis hin zu zukunftssicherer Sicherheit zeigt eine reife Entwicklung hin zu einer skalierbaren und widerstandsfähigen Basis für globale Werte. Ob das Ökosystem mit der schnellen technischen Entwicklung Schritt halten kann, bleibt spannend zu beobachten.